Hören, Sehen, Verstehen

Der Großteil unseres Wissens über unsere Umwelt beruht auf visuellen Informationen. Unsere "Welt im Kopf" ist vor allem eine visuelle Welt.

 

 

Sehen

 

 

Das Auge

Das normalsichtige Auge stellt sich durch ein perfektes Zusammenspiel von Hornhaut, Pupille, Linse und Augapfel auf verschiedene Entfernungen scharf ein. Auf der Netzhaut wird ein scharfes Bild abgebildet. Sind diese lichtbrechenden Teile des Auges nicht optimal aufeinander abgestimmt, kommt es zu Brechungsfehlern (=Fehlsichtigkeit).

Auf der Netzhaut werden die Lichtreize in bioelektrische Aktivität umgewandet. Sie ist bereits ein Teil des Gehirns. Auf dieser dünnen Hautschicht befinden sich pro Auge 120 Millionen Sehzellen (Stäbchen und Zapfen). Die meisten Zellen befinden sich im Bereich der Makula, der Stelle des schärfsten Sehens. Die Papille ist jener Bereich der Netzhaut, wo sich die Nervenfasern der Netzhaut sammeln und nach dem Verlassen des Augapfels den Sehnerv bilden.


 

Die Sehbahn

Der Sehnerv bildet den ersten Teil der Sehbahn und führt in das kortikale Sehzentrum.

 

Die visuelle Wahrnehmung

Visuelle Wahrnehmung bedeutet weit mehr als die reine Aufnahme von Informationen.
Sie ist die  

  • Aufnahme und Verarbeitung von visuellen Reizen, bei der eine 
  • Filterung relevanter Informationen,
  • Erkennung von Elementen und
  • deren Interpretation durch Abgleich mit Erinnerungen

stattfindet. Eine Vielzahl spezialisierter Hirnareale verarbeitet diese visuellen Informationen. So reagieren gewisse Neuronen ausschließlich auf Linien in bestimmten Richtungen, andere nur auf eine bestimmte Farbe. Bewegungsempfindliche Zellen sprechen nur auf Bewegung in eine bestimmte Richtung an. Nachgeordnete Hirnbereiche analysieren komplizierte Muster. Man weiß heute von dreißig weiteren Hirnarealen, denen spezielle Aufgaben in der Bildanalyse zugeordnet werden

 


Auszüge aus dem Skriptum
Dr. Prof. Zihl "Zentrale Ströungen der visuellen Wahrnehmung bei Kindern", 2009