Hören, Sehen, Verstehen

 

Die Rahmenbedingungen für die Organisation des Schulwesens und der Unterrichtsarbeit sind im Schulorganisationsgesetz, im Schulpflichtgesetz und im Schulunterrichtsgesetz festgelegt.
Ergänzt werden sie durch Erlässe und Rundschreiben zu speziellen Themen und durch die Landesgesetzgebung.

 

 

Recht auf Integration

 

Im Jahr 1993 wurde das Recht auf Integration an der Volksschule gesetzlich verankert. An der Sekundarstufe I (HS, AHS Unterstufe) erfolgte die Verankerung 1997. Das bedeutet, dass Eltern im Bereich der Volksschule und der Sekundarstufe I wählen können, ob ihr Kind integrativ beschult wird oder eine Spezialschule besucht.

 

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Die Wahl der Schule

 

Es gibt grundsätzlich vier Möglichkeiten der Beschulung eines Kindes mit
SPF auf Grund einer Sinnesbeeinträchtigung.

  • Einzelintegration: Das Kind besucht eine Normalklasse der Sprengelschule.
  • Integrationsklasse/Stützklasse: Das Kind besucht die nächstgelegene Integrations- bzw Stützklasse.
  • Regionale Sonderschule: Das Kind besucht eine Kleinklasse / Förderklasse oder Integrationsklasse in einer Sonderschule oder einem Integrativen Schulzentrum.
  • Spezialschule:  Das Kind besucht eine Klasse im Landesschulzentrum für Hör- und Sehbildung in Linz.

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Die Aufgaben des ZIS für Sinnesbeeinträchtigte

 

In jedem Schulbezirk in Oberösterreich gibt es ein regionales Zentrum für Inklusiv- und Sonderpädagogik (ZIS).
Aufgabe dieser Zentren ist es, sonderpädagogische Maßnahmen im Bezirk bereitzustellen und zu koordinieren.

Kinder mit Sinnesbeeinträchtigung werden vom überregionalen Zentrumfür Inklusiv- und Sonderpädagogik für Sinnesbeeinträchtigte betreut. Zu den Aufgaben gehören unter anderem:

  • Förderung, Vorbereitung und Begleitung der Integration von Schülerinnen und Schülern mit Sinnesbeeinträchtigung
  • Erstellen von Gutachten zur Feststellung des SPF aufgrund einer Sinnesbehinderung
  • Beratung von Lehrerinnen und Lehrern
  • Elternberatung
  • Fortbildung zu Fragen von Sinnesbeeinträchtigungen
  • Vernetzungsarbeit
  • Organisation und Vermittlung von Förderangeboten für Schülerinnen und Schüler mit Sinnesbeeinträchtigung

Im Sinne einer bestmöglichen Beratung und Betreuung besteht eine enge Zusammenarbeit zwischen den regionalen ZIS und dem ZIS für Sinnesbeeinträchtigte.

 

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SPF aufgrund einer Sinnesbehinderung

 

Nicht jede Sinnesbeeinträchtigung zieht die Feststellung eines
SonderPädagogischen Förderbedarfs (SPF) aufgrund einer Sinnesbehinderung nach sich. Er kann beantragt werden, wenn sich im Schulfeld Problemfelder ergeben (oder zu erwarten sind) und diese in kausalem Zusammenhang mit der diagnostizierten Sinnesbeeinträchtigung stehen.

Der SPF ermöglicht besondere organisatorische, personelle und pädagogische Maßnahmen.
Dazu zählen behinderungsspezifischer Lehrplanabweichungen, die Zuteilung von Stundenressourcen, spezielle Förderangebote, Anpassung der Arbeitszeit, Nutzung besonderer technischer oder didaktisch- methodischer Hilfen, Überlegungen zur Gewichtung von schriftlichen, mündlichen und praktischen Leistungen, u.v.m.

 

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Lehrpläne

 

Sinnesbeeinträchtigte Kinder werden je nach Begabung und Leistungspotential nach dem Lehrplan der besuchten Schulart (Volksschule, Hauptschule, Allgemeine Sonderschule, AHS Unterstufe, Mittlere und Höhere Schulen) unterrichtet. Es können Lehrplananpassungen festgelegt werden. Dabei muss gewährleistet sein, dass trotz dieser Anpassungen das allgemeinbildende, das fachtheoretische und das fachpraktische Ausbildungsziel des jeweiligen Lehrplanes erreicht werden.

Der Lehrplan der Sonderschule für blinde Kinder orientiert sich am Lehrplan der Vorschulstufe, der Volksschule und am Lehrplan der Hauptschule.
Die Schüler erhalten ein Zeugnis der besuchten Schulart mit dem Zusatz
"... für blinde Kinder". Z.B. "Volksschule für blinde Kinder".

 

Gesetzliche Grundlagen
Lehrplan der Sonderschule für blinde Kinder

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Befreiung von Pflichtgegenständen

 

In begründeten Fällen können sinnesbeeinträchtige Schülerinnen und Schüler von einzelnen Pflichtgegenständen befreit werden

 

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Leistungsbeurteilung

 

Die gesetzliche Grundlage bildet die
Leistungsbeurteilungsverordnung des Unterrichtsministeriums.
In den Informationsblättern des Unterrichtsministeriums (Teil 3) sind Leistungsfeststellung und Leistungsbeurteilung an Hand von Beispielen in verständlicher Weise erklärt.  
Der Rahmen für Umfang und Art der Leistungsfeststellungen sowie deren Durchführung bei sinnesbeeinträchtigten Schülerinnen und Schülern wird im Zuge des Nachteilsausgleichs und der Lehrplananpassung festgelegt.

 

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Zeugnis

 

Der Sonderpädagogische Förderbedarf aufgrund einer Sinnesbehinderung 
darf nicht im Zeugnis vermerkt werden.

 

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Integration an Mittleren und Höheren Schulen

 

Sinnesbeeinträchtigte Schülerinnen und Schüler können selbstverständlich - so sie die allgemeinen
Aufnahmevoraussetzungen
erfüllen - mittlere oder höhere Schulen besuchen.
Zur Unterstützung der Integration kann die betroffene Bundesschule um die Gewährung von 4 Werteinheiten ansuchen. Diese können je nach Bedarf integrativ oder für die Abhaltung individueller Fördereinheiten eingesetzt werden.

 

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